«Ist er nun zum Swami geworden?», fragte sie verwundert, auch mit einem leicht despektierlichen Unterton, als sie den Beitrag und das Bild sah. Nein, er hat über seinen Selbstversuch beim Schweige-Retreat berichtet. Diesen Gesprächsfetzen konnte ich letzthin aufnehmen.
Wieso sind die Menschen so negativ gegenüber Gott und der Spiritualität eingestellt? Darüber könnte man ellenlange Essays schreiben. Hier möchte ich nur einen Aspekt herauspicken. Viele haben diesem «Hokuspokus», den Swamis, den Erleuchteten und Gott abgeschworen.
Sie blicken auf ihr Leben und sehen Verluste und Niederlagen. Sie haben vielleicht gebetet und Gott gebeten, ihnen zu helfen. Aber ihnen wurde nicht geholfen. Das denken sie. Deshalb möchten sie nicht mehr an Gott glauben.
Konzept des Geldes und des Konsums
Als ich klein war, habe ich sehr viele Geschenke von meinen Eltern verlangt. Ich habe gekämpft, geweint und gewütet. Sie haben aber mit der Zeit versucht, mich zu überzeugen, dass ich viele materielle Dinge nicht brauche. Ich würde sie nur gebrauchen, verbrauchen, in die Ecke stellen oder einfach wegwerfen. Sie rieten mir, zu lernen, einen Beruf auszuüben, Geld zu verdienen und meine Wünsche selbst zu erfüllen.
Sie rieten mir aber auch dazu, Geld zu sparen, Geld zu vermehren, Geld sinnvoll auszugeben und Geld zu spenden.
Ich habe also meinen Willen nicht durchsetzen können. Zum Glück habe ich die Beziehung zu meinen Eltern deshalb nicht abgebrochen. Sie sind meine Eltern, und wir haben eine gute Beziehung. Jetzt sind wir, meine Frau und ich, an der Reihe, unserer Tochter das Konzept des Geldes, des Konsums und der zahlreichen Bedürfnisse zu erklären.
Wir waren gestern in einem Spielwarenladen. Sie wollte jedes Spielzeug haben. Jedenfalls alles, was pink war. Schlussendlich sind wir aber nur mit einem Geburtstagsgeschenk für die Mutter rausspaziert. Schenken kann wirklich Spass machen.
Gott möchte uns so viel schenken. Aber Gott ist weder ein Wunschbaum, der jeden Wunsch erfüllt, noch ein Genie aus der Flasche, das uns alles gibt, worum wir bitten. Gott deshalb nicht zu vertrauen und ihn sogar aus unserem Leben zu verbannen, ist schade.
S. D. G.