Soli Deo Gloria – Gott Allein die Ehre

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Zum tiefsten Punkt der Welt tauchen

Ich hatte als kleiner Bub zwei einschneidende Erlebnisse mit Wasser. Einmal im Hallenbad: Bei Wellengang musste ich aus dem Wasser gerettet werden. Meine Spielkameraden gingen mutig auf die «meterhohen» Wellen zu, und ich wollte nicht zurückbleiben, ich schwamm mit. Doch die Strömung riss mich in die Tiefe, und meine schlechten Schwimmkenntnisse brachten mich in grosse Gefahr. Nur durch das beherzte Eingreifen des Vaters eines Kollegen «überlebte» ich.

In einem anderen Fall war ich selbst der Retter: Ein Schulkollege geriet in einen Strudel, in einem Hallenbad, verlor die Kraft zum Wegschwimmen, und ich brachte ihn mit Mühe ins ruhige Gewässer.

Seither habe ich Respekt vor dem Wasser. Schon ein kleiner Weiher reicht aus, um mich nervös zu machen. Andererseits liebe ich es zu duschen. Oft entstehen meine besten Ideen gerade, wenn ich das Wasser auf meiner Haut spüre. Es ist eine Hassliebe.

Lange Rede, kurzer Sinn – vielleicht macht es Sinn, eine Analogie zu ziehen: Der Marianengraben ist der tiefste Punkt der Welt: 11 Kilometer geht es in die Tiefe. Mit speziellen Booten wird er erforscht, aber für mich wäre das wahrscheinlich die Hölle. Und doch entspricht das Erkunden der Tiefen meinem Charakter: Ich möchte nicht die Weite beleuchten, sondern die Tiefe. Ich möchte wissen, was in mir schlummert.

Seichte Gespräche können Spass machen, aber sie sprechen mich nicht an. Tief ins Gespräch einzutauchen, ist nicht jedermanns Sache. Es gibt wenige Menschen, die gerne mit mir in die Tiefen tauchen, andere bleiben lieber auf der Oberfläche. Deshalb liebe ich die tiefe Ruhe bei der Meditation, in der ich das Gefühl habe, wirklich mit Gott zu sprechen. In der Meditation bin ich nicht alleine. In der Meditation finde ich Inspiration.

S. D. G.