Soli Deo Gloria – Gott Allein die Ehre

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Wie ich Ja zum Militär sagen kann 

Ich bin Schweizer. Ich ging jedoch nicht ins Militär. Mit 18 Jahren dachte ich, ich wäre Mahatma Gandhi. Ich setzte mich für Ahimsa ein – für die Gewaltlosigkeit. Dem Militär stand ich deshalb skeptisch gegenüber. 

Mit den Jahren sah ich es differenzierter. Ich las in der Bhagavad Gita und hörte auf die Worte von Krishna. Krishna riet Arjuna zu kämpfen. Krishna argumentierte, dass alle diplomatischen Versuche gescheitert seien, dass die Gegenpartei die Vernichtung von Arjuna und seiner Familie geplant habe, dass der Krieg unumgänglich sei und der letzte Ausweg. 

Es gibt Militärs auf der Welt, die aufgebaut wurden, um andere Länder zu knechten. Es gibt Militärs, die aufgebaut wurden, um im Notfall sich selbst zu verteidigen. Das Schweizer Militär plant keinen Angriffskrieg. Es möchte die Schweizer Bevölkerung vor möglichen Angriffen schützen. Es dient der Selbstverteidigung. 

Ich möchte mit einer Geschichte schliessen, die ich vor langer Zeit gelesen habe. Die Quelle ist mir jedoch unsicher. Deshalb habe ich ChatGPT konsultiert. 

Die Geschichte geht in etwa so: 

Ein Mann, der bekannt für seine Aggressivität und sein hitziges Temperament war, suchte einen Guru auf. Er bat um ein Mantra oder eine Technik, die ihm helfen würde, ruhiger und gelassener zu werden, weil seine Wut ihn in Schwierigkeiten brachte. Der Guru gab ihm ein Mantra und lehrte ihn die Praxis der Meditation und des „Nicht-Handelns“ oder des inneren Friedens. 

Der Mann begann, das Mantra zu rezitieren und sich intensiv in Meditation zu üben. Er wurde tatsächlich immer ruhiger und lernte, sich selbst nicht mehr aufzuregen oder zu reagieren. In dieser Gelassenheit kam er eines Tages in eine gefährliche Situation, als wilde Tiere ihn umringten und angriffen. Doch anstatt sich zu verteidigen, blieb er passiv und wurde verletzt. 

Nach dieser Erfahrung war der Mann frustriert und wütend und ging zurück zum Guru. Er beschwerte sich, dass das Mantra und die Meditationspraxis ihn so zahm und passiv gemacht hätten, dass er sich nicht einmal gegen Gefahr wehren konnte. 

Der Guru widersprach jedoch und erklärte, dass wahre Gelassenheit nicht bedeutet, überhaupt nicht zu reagieren. Das Ziel der Meditation sei nicht das blosse „Nichts-Tun“, sondern die Fähigkeit, angemessen zu reagieren – mit Klarheit und ohne impulsive Wut oder unüberlegte Reaktionen. Achtsamkeit sei kein Zustand völliger Passivität, sondern eine bewusste, kontrollierte und situationsabhängige Antwort. 

Diese Geschichte ist eine Lektion darüber, dass innere Ruhe nicht bedeutet, jegliche Aktion oder Selbstverteidigung aufzugeben, sondern die Fähigkeit zu kultivieren, im richtigen Moment mit Klarheit und innerem Frieden zu reagieren. 

S. D. G.