Soli Deo Gloria – Gott Allein die Ehre

• •

Weniger Autofahren, weniger Fleisch essen, weniger Gier – jeder kann umweltbewusster leben 

«Du fährst jetzt aber nicht mit dem Auto zum Laden, oder?», fragte mich eine Berufskollegin eindringlich. Ich beruhigte sie: Ich würde die kurze Strecke zu Fuss gehen und mir etwas zu essen holen. 

Meine Berufskollegin sagte lächelnd, dass sie seit einiger Zeit grün unterwegs ist. Sie findet es beängstigend, wie die Menschen mit der Natur umgehen. Ich pflichtete ihr bei. 

Ich habe in diesem Blog über das Thema Laster geschrieben. Mein Laster: Ich fahre sehr, sehr gerne Auto. Offen gesagt, auch Strecken, die mit anderen Verkehrsmitteln besser erreicht werden können. Absurd finde ich, dass ich nicht joggend oder radelnd ins Fitnessstudio gehe. Eine Aufwärmrunde auf dem Stepper oder auf dem Laufband wäre hinfällig. 

Nicht nötig, dennoch Seelenbalsam sind meine gelegentlichen Sonntagsfahrten auf der Autobahn und auf den unentdeckten Strassen, die ich laut Musik hörend alleine unternehme. 

Umweltbewusstsein peu à peu erweitern 

Jeder muss umweltbewusster leben. Alles, was gegen die Natur ist, hat auf die Dauer keinen Bestand, sagte Charles Darwin. Wir Menschen sind jedoch nicht perfekt. Ich appelliere deshalb daran, die Menschen nicht zu quengeln, sondern ihnen die Möglichkeit zu geben, sich zu engagieren, in Bereichen, die sie ändern können. Mit der Zeit erweitert sich das Bewusstsein und auch der Einflussbereich, peu à peu.  

Mein Engagement gilt dem Vegetarismus. In meinem Umfeld essen alle wenig bis viel Fleisch. Ich gehe nicht gegen diese Menschen vor. Ich weiss zum Beispiel von einer Person, die einen Führerschein hat, jedoch seit Jahren zu Fuss und mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist und so ihren Beitrag zum Umweltschutz leistet. In den vergangenen Monaten hat diese Person schliesslich auch den Fleischkonsum reduziert. 

Weniger Fleischkonsum bedeutet weniger Treibhausgase, weniger Wasserverbrauch, weniger Flächenverbrauch und Regenwaldzerstörung. Nur um einige umweltrelevante Vorteile vom Vegetarismus zu nennen. 

Wir sind Verwalter 

In den Veden heisst es, dass Tiere nicht unser Besitz sind, sondern Lebewesen, die, genau wie wir, Kinder Gottes sind. Sie auszubeuten oder zu töten, widerspricht dem Prinzip des Respekts vor dem göttlichen Eigentum. 

Die Upaniṣaden fordern deshalb, dass wir nur das nutzen, was uns auf natürliche Weise zusteht. Pflanzen können wir ernten, ohne das Leben des Ganzen zu zerstören. Tiere hingegen zu töten bedeutet, in ein fremdes Leben einzugreifen, das uns nicht gehört. 

Wenn wir Fleisch essen, nehmen wir etwas, das uns nicht zusteht – das Leben eines anderen Lebewesens. Das ist nichts anderes als Gier nach fremdem Besitz. Wie Gandhi sagte: Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. 

Derjenige, der sich vollkommen über Mich bewusst ist und weiss, dass Ich der letztliche Nutzniesser aller Opfer und Entsagungen, der Höchste Herr aller Planeten und Halbgötter und der Wohltäter und wohlmeinende Freund aller Lebewesen bin, erlangt Frieden von den Qualen des materiellen Daseins (Bhagavad-gītā 5.29). 

Wenn wir erkennen, dass alles Gott gehört und wir nur Verwalter sind, dann können wir wirklichen Frieden finden – mit uns selbst, mit den Tieren und mit der Natur. 

Versuchen wir, umweltbewusster zu leben. 

S. D. G.