Soli Deo Gloria – Gott Allein die Ehre

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Wahrer Luxus: Warum ich noch reicher werden will 

ch kriege es momentan nicht so richtig hin, eine feste spirituelle Routine zu leben. Mal arbeite ich früh, mal spät, mal von zu Hause, mal in der Redaktion. Jede Woche sieht anders aus – und unser kleines Mädchen hält uns zusätzlich auf Trab. 

Ich will mich nicht beklagen. Im Gegenteil: Ich bin dankbar für den Luxus, den wir in der Schweiz geniessen. Sicherheit und Stabilität. Sauberes Trinkwasser. Ärztliche Versorgung. Berge, Seen und Wälder. Bildung. Demokratie. Reisefreiheit. Zuverlässige Infrastruktur. Und vieles mehr. 

Doch so sehr ich diese Dinge schätze – für mich ist das noch nicht der wahre Luxus. Es ist wie bei einer Null und einer Eins: Du kannst viele Nullen nebeneinanderstellen, der Wert bleibt null. Erst wenn du eine Eins davorsetzt, bekommt alles Bedeutung. Materieller Komfort allein ist diese Null. Erst wenn die Eins der Spiritualität dazukommt, wird er unermesslich wertvoll (Ich danke Swami Mukundananda ganz herzlich für diese Metapher). 

Singend kochen 

Die Bhagavad Gita beschreibt diesen Punkt sehr klar: 

Jemand, dessen Glück im Innern liegt, der im Innern tätig ist und im Innern Freude erfährt und dessen Ziel im Innern liegt, ist wahrhaft der vollkommene Mystiker. Er ist im Höchsten befreit, und letztlich erreicht er den Höchsten 
— Bhagavad Gita 5.24 

Srila Prabhupada erklärt dazu: Solange wir nicht gelernt haben, Freude im Innern zu erfahren, suchen wir sie im Äusseren – in flüchtigen, materiellen Dingen. Wer jedoch im brahma-bhūta-Zustand lebt, ist zufrieden, wo immer er ist, und unabhängig von äusseren Umständen. Er begehrt kein materielles Glück mehr und ist auf dem sicheren Weg nach Hause, zurück zu Gott. 

Für mich ist also wahrer Luxus, wenn ich Zeit finde: 

  • das Hare-Krishna-Mahamantra zu singen 
  • für Krishna zu kochen 
  • Prasadam zu essen 
  • mit Krishna zu tanzen 
  • über Krishna zu berichten. 

Wenn diese Dinge Platz finden, dann verändert sich die Qualität des Lebens. Alles andere – Arbeit, Reisen, Freizeit – bekommt einen tieferen Sinn. 

Neulich hatte ich wieder so einen Moment: Ich stand in der Küche, bereitete eine einfache Mahlzeit zu, sang dabei das Mahamantra. In diesem Augenblick war es egal, wie stressig die Woche war, wie müde ich war oder wie wenig Routine ich hatte. Ich dachte an Krishna. Ich fühlte eine innere Ruhe. Einen Frieden. 

Im Blog zu schreiben und über Krishna zu berichten ist ein Anfang. Aber ich möchte noch «reicher» werden – nicht in Geld oder Dingen, sondern in dieser Art von Momenten. 

S. D. G.