Soli Deo Gloria – Gott Allein die Ehre

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Von Erwartungen, Disziplin und Freiheit – wie ich fast meinen Blog aufgab 

Disziplin ist verpönt. Wenn man Disziplin fordert, dann fühlt man sich sogleich eingeengt und in seiner Freiheit eingeschränkt. Dabei führt Disziplin zur Freiheit. Wie das? 

Ein übergewichtiger 50-jähriger Mann geht zum Arzt. Der Arzt untersucht ihn und warnt den Patienten: Wenn Sie so weitermachen, dann ist ein Herzinfarkt nicht weit. Er empfiehlt dem Mann eine Diät und mehr Bewegung. Die Klassiker. 

Der Mann nimmt sich vor, sich zu verbessern, denn er gibt zu, dass er in seinem Leben arg eingeschränkt ist. Obwohl er immer wieder Fehlschläge erleidet, erreicht der Mann sein Ziel. Er ist normalgewichtig und fühlt sich fit und gesund. Seinen neuen Lifestyle mit viel Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung behält er bei, weil er sich glücklicher und gesünder fühlt. Er kann so richtig frei atmen. Dank Disziplin fühlt er sich frei. 

Prahlada Maharaja gibt mir Mut 

Ich hatte am Wochenende eine Krise. Niemand liest meine Texte. Niemand interessiert sich für meine Geschichten. Niemand möchte mit mir gemeinsam diesen spirituellen Weg beschreiten. 

Meine kreative Ader war versiegelt, ich konnte nicht mehr richtig denken und schreiben. Es fiel mir schwer, meine vielen Gedanken in eine richtige Form zu giessen. Ich wollte diesen Blog schliessen. 

Ich sehne mich nach Anerkennung, besonders von nahestehenden Menschen. Die Geschichte von Prahlada Maharaja gibt mir Mut, Kraft und den Willen weiterzumachen. 

Prahlada Maharaja war schon als kleines Kind ein grosser Bhakta von Narayana (Vishnu, Krishna). Sein Vater Hiranyakashipu war dämonisch und voller Hass gegenüber Vishnu. Trotz Ablehnung seines eigenen Vaters blieb Prahlada standhaft, liebevoll und frei von Erwartungen. Er sprach über Bhakti, nicht um Zustimmung zu bekommen, sondern weil es seine Wahrheit war. Seine Kraft kam aus der Verbindung zu Gott, nicht aus der Reaktion anderer. 

Freier von Erwartungen 

Disziplin ist auch in der Spiritualität wichtig. Ohne harte Arbeit und Konsequenz erreicht man nichts im Leben – auch nicht auf dem spirituellen Weg. In der Spiritualität spricht man von Sadhana. Es geht um das tägliche Ausführen von spirituellen Tätigkeiten, damit man sein Ziel erreicht. 

Ich möchte die Verbindung zu Krishna suchen und weiter meine Texte schreiben. Je disziplinierter ich weiterarbeite, desto freier werde ich – freier von der Erwartung, zahlreich geklickt, gelesen und kommentiert zu werden. Weil ich für Krishna schreibe. 

O Herr des Universums, ich begehre weder materiellen Reichtum noch materialistische Anhänger, noch eine schöne Frau oder fruchtbringende Handlungen, die in blumiger Sprache geschildert werden. Alles, was ich mir wünsche, ist, Dir Leben für Leben in motivloser Hingabe dienen zu dürfen. 

Śrī Caitanya-caritāmta, Antya-līlā 20.29 

S. D. G.