Soli Deo Gloria – Gott Allein die Ehre

• •

Spirituelle Arbeit und Geldverdienen – ein Widerspruch? 

«Du verlangst etwas dafür?» Die Frage, ob man mit Spiritualität Geld verdienen darf, ist in Wahrheit eine (versteckte) Anschuldigung. 

Ich habe schon mehrfach erlebt, dass Menschen, die ein spirituelles Angebot oder «Produkt» machen, mit genau dieser Frage konfrontiert werden. Die Antwort lautet dann meistens: Ja, ich verdiene Geld damit. 

Doch was bezweckt diese Frage wirklich? Meiner Beobachtung nach wird damit die Integrität des spirituellen Menschen infrage gestellt. In solchen Fällen kann man als Angegriffener mit Gegenfragen reagieren: 

  1. Möchten Sie wissen, warum ich überhaupt Geld verdiene? 
  1. Möchten Sie wissen, ob ich zu viel Geld verdiene? 
  1. Oder möchten Sie wissen, wofür ich das Geld einsetze? 

1. Warum verdiene ich Geld? 

Ich bin kein Erleuchteter, kein Buddha, kein Guru, kein Swami, kein Eremit. Ich bin ein spirituell Suchender, der auf seinem Weg einige Erkenntnisse gewonnen hat und diese gerne mit anderen teilt. 

Geld verdiene ich, um meinen Lebensunterhalt zu sichern. Wir leben in einer kapitalistischen Welt, mit Luft und Liebe kommt man nicht weit, es sei denn, man lebt völlig autark. 

Stellt euch vor, man lehnt die E-ID ab, aber die Mehrheit stimmt dafür. Nun hat man den Salat. Man kann sich wehren, aber letztlich muss man mit dem System leben. So ähnlich ist es auch mit Geld. 

Ich muss noch viel lernen. Doch bis dahin teile ich mein Wissen gerne, ohne Gewähr, nach dem Motto: Prüfet alles und behaltet das Gute. 

2. Verdiene ich zu viel? 

Es gibt viele Scharlatane, die spirituelle Gutgläubigkeit ausnutzen, aber das gibt es in jeder Branche. 

In der Schweiz überwacht der Preisüberwacher die Preise grosser Unternehmen und Produzenten. Ähnlich kann man auch im spirituellen Bereich fragen: Was ist ein fairer Preis? 

Letztlich gilt: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.  

3. Wofür setze ich mein Geld ein? 

Wenn man Geld im Dienst Krishnas verwendet, wird es zu Lakshmi. Wird es hingegen für Luxus, Macht oder Ego gebraucht, wird es zu Kali. In der Bhagavad Gita steht (9.27): 

Was immer du tust, was immer du isst, was immer du opferst oder gibst, und welche Askese du auch übst – tue dies, oh Sohn Kuntis, als ein Opfer für Mich. 

Es gibt viele Betrüger. Doch es gibt viele, die aufrichtig wirken: Ich kenne Astrologen, die kostenlos beraten, Menschen, die unentgeltlich Nachhilfe geben, und Autoren, die ihre Bucherlöse für Brunnenprojekte spenden.  

Man kann Geldverdienen mit der Spiritualität. Wenn alles Gott geweiht ist, wird jede Handlung, auch das Geldverdienen, zu einer Form von Dienst. Entscheidend ist die innere Haltung. Verdient man Geld, um Krishna zu dienen oder um sein Luxusleben zu finanzieren? 

S. D. G.