Mein Herz rast, mein Kopf pocht, mir ist übel. Ich schwitze an den Händen und auf der Stirn, die Atmung ist flach. Meine Stimme zittert, und ich sehe nur noch verschwommen.
Die hier beschriebene körperliche Reaktion hatte ich bisher noch nie, zumindest nicht in diesem Ausmass und in dieser Kombination. Aber Angstzustände kenne ich auch. Oder Gefühle der Ausweglosigkeit. Ich muss gestehen: Ich fühle mich manchmal mit allen Verpflichtungen und Verantwortungen überfordert.
Vielfach habe ich mich an diesen Vers von Arjuna erinnert, den er auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra in Anwesenheit von Krishna sagte:
Nun bin ich verwirrt und weiss nicht mehr, was meine Pflicht ist, und ich habe aus geiziger Schwäche meine Fassung verloren. In diesem Zustand bitte ich Dich, mir klar zu sagen, was das Beste für mich ist. Jetzt bin ich Dein Schüler und eine Dir ergebene Seele. Bitte unterweise mich (Bhagavad Gita 2.7).
Wie komme ich da heraus?
Ich habe von vielen spirituellen Lehrern und Motivationscoaches gehört, dass man keinen Burnout erleidet, wenn man liebt, was man tut. Auch wenn man wenig zum Schlafen kommt und viel um die Ohren hat, bleibt das Feuer am Brennen.
Anders ist es, wenn man sich zu vielem zwingen muss, dann fühlen sich die Stunden ellenlang an. Man fühlt sich ausgelaugt. Ausgebrannt. Wenn man dann wichtige Entscheidungen treffen muss, gerät man in Panik und erkennt vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr.
Wie ich da herauskomme? Ich schreibe mir die Maxime der Hare-Krishnas auf die Fahne: Simple Living, High Thinking – Einfaches Leben, Hohes Denken.
Doch denjenigen, die Mich mit ausschliesslicher Hingabe verehren und die über Meine transzendentale Gestalt meditieren – ihnen gebe Ich, was sie brauchen, und erhalte Ich, was sie haben (Bhagavad Gita 9.22)
Um meine Gedankenwelt zu entwirren, genügt es, an Krishna zu denken. Krishna ist die Höchste Persönlichkeit Gottes. Was ist also das Beste für mich? Ganz einfach: Wenn ich das Mahamantra rezitiere.
Plötzlich sehe ich ein Licht, das durch die Äste hindurchscheint und meinen Weg erhellt. Ich kriege Luft, atme tief ein und laufe beschwingt durch die schmale Gasse. Ich muss nur diesen Weg gehen.
Alles andere wird sich weisen. Für alles andere sorgt Krishna automatisch. Keine Angst.
S. D. G.