Max stammt aus einer Ärztefamilie. Sein Vater und Onkel sind Ärzte. Sein Grossvater war Arzt. Max wird eingetrichtert, dass auch er den medizinischen Weg einschlagen muss – Familie und Tradition verpflichten. Doch schon früh erkennt Max seine kreative Seite. Er liest gerne Geschichten und erfindet eigene. Er möchte Schriftsteller werden. Seine Mutter ist Künstlerin, das kreative Talent hat er wahrscheinlich von ihr. Doch sein Vater verbietet ihm jegliche künstlerischen Ambitionen.
Max besucht das naturwissenschaftliche Gymnasium, beginnt ein Medizinstudium – und ist todunglücklich. Er bricht es ab und versucht sich als Reporter und Journalist. Das Schreiben macht ihm zwar Spass, doch es fehlt ihm die Freiheit, seiner Fantasie freien Lauf zu lassen.
Er gründet eine Familie, lächelt viel – auf den Familienfotos sieht er glücklich aus. Er verdient genug Geld, um die Familie zu ernähren. Seine Frau und seine Kinder bereiten ihm Freude. Und doch ist er manchmal abwesend, geistig in anderen Welten. Die Realität holt ihn jedoch immer wieder zurück – er hat Verpflichtungen, trägt Verantwortung. Für Ausflüge in die Fantasie bleibt keine Zeit.
Seine Frau bemerkt mit der Zeit, dass sich Max verändert hat. Sie fragt ihn, was los ist. Max sagt: «Ich werde in einigen Wochen 40. Mein halbes Leben ist vorbei. Ehrlich gesagt, es ist nicht mein Leben. Ich habe mein halbes Leben für andere gelebt.»
Licht ins Dunkel bringen
Manche Menschen brauchen kreativen Ausdruck, um sich ganz zu fühlen, um das Gefühl zu haben, ihr eigenes Leben zu führen. Die Astrologie kann aufzeigen, wenn ein Beruf nicht erfüllend ist. Sie kann aber auch Hinweise geben, dass jemand Talent hätte, Krimis zu schreiben – und dass ein Medizinstudium vielleicht nicht vergebens wäre, weil es wertvolle Hintergründe für realistische Romane liefern könnte. Jyotish, die vedische Astrologie, kann Licht ins Dunkel bringen.
In der Bhagavad Gita (3.35) heisst es:
Es ist weit besser, die eigenen vorgeschriebenen Pflichten zu erfüllen, selbst wenn dies fehlerhaft geschieht, als die Pflichten eines anderen vollkommen zu erfüllen. Es ist besser, bei der Erfüllung der eigenen Pflicht unterzugehen, als den Pflichten eines anderen nachzukommen, denn dem Pfad eines anderen zu folgen ist gefährlich.
Man sollte immer versuchen zu erkennen, welchen Weg man gehen soll. In die Sterne zu schauen, kann dabei helfen.
S. D. G.