Soli Deo Gloria – Gott Allein die Ehre

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Kein Spiel mit dem Feuer – und auch nicht mit Karten 

«Lass uns zusammen pokern. Wir haben eine kleine Gruppe, die einmal pro Monat zusammensitzt und Karten spielt. Zigarre rauchen und Whiskey trinken ist gang und gäbe, aber optional.» 

Ich zögerte. Wir tauschten schliesslich die Nummern, denn das Gespräch war angenehm. Eine Einladung via WhatsApp – die logische Folge. Ich werde dennoch absagen. 

Es ist eine Absage an eine neue Bekanntschaft/Freundschaft, die sehr natürlich und ungezwungen begann, aber abrupt enden wird. Weil ich nicht gegen ein Prinzip verstossen möchte. 

Vor ein paar Tagen war ich mit meiner Tochter unterwegs. Am Vorabend habe ich spontan entschieden, dass wir einen Mini-Freizeitpark im Oberaargau besuchen. Meine Tochter bestieg nacheinander das Karussell, die Schifflischaukel, den Zug. Weitere kleine Kinder hatten ihren Spass, die Erwachsenen freuten sich mit. 

Beim Karussell kam ich mit einem Vater ins Gespräch. Wir fanden heraus, dass wir viele Gemeinsamkeiten hatten. Vordergründig sprachen wir über unsere Erfahrungen als Väter. Aber andere Verknüpfungspunkte entdeckten wir auch. 

Langsam sponnen wir das Freundschaftsband. Bis die Sprache auf einen Grillabend fiel – und zum Pokern. Ich hakte ein: «Habt ihr Texas Hold’em gespielt?» Meine ungezwungene Frage war ein Fehler. 

Für Gott hatte es keinen Platz 

Bereits in den altindischen Puranas wird Glücksspiel als Tor zur moralischen Auflösung beschrieben. Im Bhagavata Purana trifft König Parikshit auf Kali, den personifizierten Dämon des dunklen Zeitalters, der um einen Ort zum Verweilen bittet. Parikshit erlaubt ihm, sich dort aufzuhalten, wo Glücksspiel betrieben wird – ein Ort, an dem Täuschung, Gier und Konflikte gedeihen. Diese symbolische Szene macht deutlich, dass Glücksspiel im vedischen Denken nicht nur als soziales Übel galt, sondern als Einfallstor destruktiver Kräfte in die Welt. 

Ich möchte nicht den Teufel an die Wand malen. Ich spielte jahrelang mit meinen Freunden Poker. Wir tranken. Wir unterhielten uns und teilten Anekdoten und Erfahrungen miteinander. Wir lachten. Wir diskutierten. Wir hatten Spass. 

War ich aber im tiefsten Innern glücklich? Nein. Wir sprachen keine Sekunde über spirituelle Themen. Für Gott hatte es keinen Platz. 

In der Bhagavad Gita, 10.9, heisst es: 

Die Gedanken Meiner reinen Verehrer verweilen immer bei Mir, ihr Leben ist Mir geweiht. Sie erleuchten einander beständig mit Gesprächen über Mich, erfreuen sich daran, über Mich zu sprechen, und finden grosse Wonne und Befriedigung darin. 

Ein bekanntes Jesus-Zitat aus Matthäus 18, Vers 20 besagt: 

Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. 

Ich hätte sicherlich meinen Spass beim Pokern – auch nach so vielen Jahren und mit neuen Bekanntschaften. Es geht nicht um ein Gegen, gegen die neue Bekanntschaft, sondern um ein Für – für das Eintreten der spirituellen Prinzipien. 

S. D. G.