Wenn wir ein Kaugummi kauen, hat der Kaugummi am Anfang noch Geschmack. Mit der Zeit verschwindet er.
Ich hörte kürzlich ein Lied. Ich war fasziniert. Es war rockig, energiegeladen und inspirierte mich zum Mitsummen. An diesem Tag hörte ich das Lied bestimmt zwanzigmal. Ich hatte meine helle Freude daran. Die anfängliche Euphorie verflog allmählich, dennoch konnte ich das Lied geniessen.
Das änderte sich: Einige Tagen verstrichen und ich benötigte eine Pause. Das Lied war mir überdrüssig. Es hatte seinen anfänglichen Charme verloren. Es wurde mir gar langweilig.
Seither bin ich auf der Suche nach dem nächsten Kick, der mir ein neues Lied geben könnte.
Materieller Genuss ist zeitweilig
Am Anfang macht eine Affäre mit der Nachbarin noch Spass und verleiht einem Flügel. Nach dem Stumpfsinn der letzten Monate in der Ehe, brauchte man den Kick. Aber eine Affäre bringen einen Rattenschwanz an Problemen mit sich.
Man gewinnt im Lotto viele Millionen. Mit dem Lottogewinn, gewinnt man jedoch gewöhnlich auch neue «Freunde» dazu, die dir dein Leben erschweren.
Beispiele für den materiellen Genuss sind vielfältig. Der materielle Genuss ist jedoch zeitweilig, mit der Zeit langweilig, vielleicht gar auch gefährlich. Materiell geniessen ist wie Kaugummi kauen.
S. D. G.